Pageturner

für Büchliebhaber
 

Letztes Feedback

Meta





 

Über

Hi,

ich bin 17 Jahre alt und das ist mein erster Blog.

Ich liebe natürlich Bücher und lese deswegen natürlich auch gerne.

Aber auch mit Büchern beziehungsweise beim Lesen kann man etwas Gutes tun. Das fängt schon mit dem Kauf eines Buches an... Deswegen hab ich mich entschlossen mit diesem Blog auch ein bisschen Werbung für einen ganz fantastischen Buchhandel zu machen:  http://buch7.de/p/pageturner

Da kann man Bücher ganz normal bestellen und die spenden 75% des Gewinns und fördern damit soziale, kulturelle und ökologische Projekte. Mich hat vor allem die Unterstützung der Amadeu Antonio  Stiftung, die für eine Gesellschaft ohne Rechtsextremismus, ohne Rassismus und ohne Antisemitismus einstehen, beeindruckt. Also vielleicht schaut ihr mal bei denen vorbei

 

 

In diesem Blog geht es darum, Bücher zusammenzufassen und die schönsten Zitate zu teilen.

Viel Spaß

L

 

Alter: 20
 
Schule: Georg-Wilhelm Steller Gymnasium in


Werbung




Blog

2.Ein ganzes halbes Jahr

Das zweite Buch, das ich euch vorstellen möchte, ist nicht weniger tragisch oder herzzerreißend...: „Ein ganzes halbes Jahr“ (Originaltitel: „ Me before you" von Jojo Moyes  (erschienen im Rowohlt Verlag; Preis: 14,99 Euro) geht in die gleiche Richtung wie „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“, aber es ist dennoch komplett anders. Es ist anspruchsvoller und realitätsgebundener, außerdem versteht J. Moyes es einen witzigen und zur gleichen Zeit  tot-traurigen Roman zu schreiben. Das Buch hatte weltweiten Erfolg und wurde in 31 Sprachen übersetzt.

 

Zum Inhalt. Louisa (Lou) Clark ist eine 27-jährige Frau, die ein normales Leben führt und sehr zufrieden damit ist: Sie wohnt bei ihren Eltern, zusammen mit ihrer Schwester und dessen Kind, arbeitet in einem Café und denkt nicht weiter in die Zukunft, als bis zum nächsten Tag. Das einzige Außergewöhnliche ist ihr exzentrischer Kleidungsstil. Doch das alles ändert sich, als ihr Chef das Café schließen muss. Auf einmal ist Louisa arbeitslos und muss darüber nachdenken, was sie eigentlich vom Leben erwartet. Dies gestaltet sich als äußerst schwierig, weil Lou eigentlich nur eins weiß, nämlich, dass sie nicht bei ihrem Freund Patrick arbeiten will. Auch die anderen Jobs, die ihr vom Jobcenter angeboten werden, wie bei einer Fast-Food Kette oder in einer Hühnerfabrik, sind nichts für sie.  Als Lou nach einer weiteren Pleite zum Jobcenter kommt, trifft gerade ein neues Stellenangebot ein: Ein reiche Familie aus ihrem Ort sucht eine Pflegehilfe für ihren Sohn, die sich aber um keine medizinischen oder körperlichen Bedürfnisse kümmern muss. Das Gespräch wird von Mrs Traynor, der Mutter, geführt, die nach wenigen Fragen Lou einstellt. Schon am nächsten Tag beginnt Louisa mit der Arbeit. Will Traynor, der Tetraplegiker (=bei der Lähmung sind alle 4 Gliedmaßen betroffen) für den sie jetzt arbeitet, stellt sich als unsympathischer und arroganter Macho heraus. Er lässt sich überhaupt nicht auf Lou ein und hält sie auf Abstand. Deswegen fängt Lou an sich dort extrem unwohl zu fühlen,  kann aber mit niemanden darüber reden, da alle aus ihrer Familie  andere Probleme haben. Nachdem Alicia, Will´s Exfreundin und Rupert, Will´s früherer bester Freund, zu Besuch da waren, um ihre Verlobung mitzuteilen bessert sich die Lage, da Lou anfängt Will zu verstehen. Die beiden finden einen Weg miteinander umzugehen, wobei Will meistens nur über Lou lacht oder sie veräppelt. Dies wirkt sich auf ihre Beziehung zu Patrick aus, da sie sich immer weiter voneinander entfernen. Ein paar Wochen später kommt Georgina, Will´s Schwester zu Besuch. Am Abend bekommt Lou zufällig ein Gespräch zwischen Mrs Traynor und ihrer Tochter mit. Dabei wird Louisa klar, dass Will in die Schweiz in eine Einrichtung möchte um eine Freitodbegleitung zu bekommen. Louisa erkennt, dass sie als „Babysitterin“ eingestellt wurde, damit Will, die der Mutter versprochenen, 6 Monate weiter lebt. Am Tag darauf hinterlegt sie Mrs Traynor ein Kündigungsschreiben, da sie mit der ganzen Situation und mit dieser Art von Selbstmord nichts zu tun haben will… Aber Mrs Traynor akzeptiert die Kündigung nicht und erinnert Lou an den unterschriebenen Vertrag, der für 6 Monate und nicht für weniger gilt. Lou geht die Situation sehr nah, da sie angefangen hat Will zu mögen. Sie stellt mit ihrer Schwester einen Plan auf, wie Lou Will das Schöne im Leben zeigen und somit seine Meinung zum Freitod ändern kann. Sie holt sich die Zustimmung der Familie Traynor, dass sie mit Will Ausflüge unternehmen darf, um ihm seine Möglichkeiten –trotz Rollstuhl- näher zu bringen. Die ersten Ausflüge sind ein kompletter Reinfall, da Will sich nicht wohl fühlt und Louisa überfordert ist. Trotzdem wachsen Will und Lou immer mehr aneinander:

 Will möchte, dass Louisa was aus ihrem Leben macht, dazulernt und ihr Leben mehr genießt. Louisa erzählt Will von ihren Beziehungsproblemen, ihren Wünschen und ihren Ängsten, sie plant neben ihrer Arbeit für Will auch einen Urlaub, weil sie Angst hat Will zu verlieren. Nachdem Lou ihm erzählt hat, dass sie und Patrick zusammen gezogen sind, verhält er sich sehr kalt und distanziert.  Als ein Mann zu Besuch kommt, den Will alleine sprechen will, recherchiert Lou und findet heraus, dass dieser Mann ein Testamentsanwalt ist. Bei einem Treffen mit Mrs Traynor erklärt Lou ihr, dass Will weiterhin auf den Freitod besteht. Während des Gesprächs kommt Lous Umzug zu Patrick zur Sprache und Mrs Traynor ist wütend, da Lou doch bemerkt haben muss, dass Will sie sehr mag.  Lou und Will finden wieder zueinander und gehen zusammen auf eine Hochzeit. Dort ist Will, zu Louisas Erstaunen, völlig entspannt und locker und die zwei tanzen zusammen. Da Lou etwas zu viel getrunken hat, nehmen sie sich ein Hotelzimmer für die Nacht. Am nächsten Morgen bringt sie Will zurück,  fährt aber selbst nach Hause, um am Nachmittag wieder zu kommen. Die Situation mit Patrick spitzt sich daraufhin weiter zu.  Lou plant trotzdem den Urlaub mit Nathan, Wills Pfleger,  und sich. Sie stellt den Plan der Familie Traynor vor, die zufrieden ihr Einverständnis geben. Nur Patrick stellt sich quer und fordert von ihr, dass sie den Urlaub absagt. Lou entscheidet sich für Will und zieht bei ihm ein, da er sie braucht und trennt sich von Patrick. Ihrer Schwester gesteht sie, dass sie glaubt Gefühle für Will entwickelt zu haben. Der geplante Urlaub fällt dann ins Wasser, weil Will mit einer Lungenentzündung ins Krankenhaus eingeliefert wird.

 Dank der Unterstützung einer Internet- Community für Tetraplegiker schafft es Lou einen anderen Urlaub zu buchen, indem Will sich nach dem Krankenhausaufenthalt entspannen kann. Lou, Will und Nathan verbringen eine schöne Zeit auf Mauritius und Will kommt wieder zu Kräften.  Lou macht sehr viele neue Erfahrungen, wie zum Beispiel tauchen. Louisa und Will verbringen sehr viel Zeit zu zweit, da Nathan sich in eine Frau verliebt hat. Am letzten Abend küsst Lou Will und gesteht ihm ihre Liebe und das sie weiß das er in die Schweiz wollte. Will sagt Lou daraufhin, dass er Lou auch liebt, ihm das aber nicht genug ist, da er nie der Mann für sie sein kann, der er sein möchte. Er gesteht, dass sich seine Pläne mit der Schweiz nicht verändert haben: Er bittet sie, ihn in die Schweiz zu begleiten und bei ihm zu sein wenn er stirbt. Lou ist daraufhin sehr wütend und spricht nicht mehr mit ihm. Am Flughafen angekommen geht sie gleich nach Hause, aber erzählt Mrs Traynor vorher, dass sie Will´s Meinung nicht ändern konnte.  Lou zieht wieder bei ihren Eltern ein und bekommt einen Platz an einer Universität um Modedesign zu studieren. Aber Lou hat an nichts mehr Interesse, weil sie Will nicht vergessen kann und nur die Tage bis zum Ende zählt. Schließlich ist der dreizehnte August- der letzte Tag gekommen. Lou ist anfänglich  sehr ruhig, bis auf einmal viele Zeitschriften Sturm klingeln und anrufen, um Lous Seite zum Freitod zu hören, da sie von Wills Fall gehört haben. Am Abend ruft Mrs Traynor an und bittet Lou in die Schweiz zu kommen. Sie  fliegt in die Schweiz, weil sie findet, dass sie ihn richtig verabschieden muss und sie ihre eigene Abwesenheit ewig plagen wird, wenn sie Will im Stich lässt. Am nächsten Tag hat sie ein langes Gespräch mit Will und akzeptiert letztendlich seine Entscheidung. Sie ist bei ihm als er stirbt.

Im Epilog ist Lou in Paris und liest den letzten Brief von Will, der ihr bei der Testamentsvergabe gegeben wurde, indem bittet Will sie ihr Leben zu leben und zu genießen.

 

Auch in diesem Buch gibt es wunderschöne und witzige Stellen, die einfach mal hier genannt werden müssen:

-„Kann das Ding eine Reifenpanne kriegen?“, sagte ich schließlich und nickte Richtung seines Rollstuhls. „Ich hab nämlich keine Ahnung, wo ich den Wagenheber ansetzen müsste“ (S.79; Z.17-20)

-Ich sah seinen Mund unter dem Handtuch nicht, aber in seine Augen trat ein leicht erheiterter Blick. Ich wollte diesen Blick erhalten. Ich wollte, dass er glücklich war, wollte, dass sein Gesicht diesen getriebenen, wachsamen Ausdruck verlor. (S.144; Z. 24-27)

-Es ist einfach diese Sache, die man am Muttersein erst versteht, wenn man eine ist: Man sieht nicht den erwachsenen Mann vor sich. (..) Sondern man sieht all die Menschen, die er je war, in einem. Ich sah Will an und hatte das Baby vor mir, das ich in den Armen gehalten hatte (..). Ich sah das Kleinkind, das nach meiner Hand griff (..). Ich sah die Verletzlichkeit, die Liebe, die Geschichte. (S.160-161; Z. 29-32 & Z.1-9)

- Ich hatte hundertsiebzehn Tage, um Will Traynor davon zu überzeugen, dass es sich lohnte weiterzuleben. (S.198; Z.29f)

- Wissen ist Macht, Clark (S.313; Z.18)

-„Du Clark“, er sah auf seine Hände hinab, „bist der einzige Mensch, mit dem ich überhaupt reden konnte, seit dieser verdammte Unfall passiert ist.“ (S.356; Z.1-3)

- Ich kann gar nicht ausdrücken, wie viel besser ich mich fühlte, als ich sah, wie diese vornehmen Leute tanzten. Die Männer wirkten so steif, als hätten sie einen Stromschlag abbekommen, und die Frauen spießten ihre kleinen Finger Richtung Himmel und sahen auch noch bei ihren Drehungen schrecklich gehemmt aus. (S.378; Z. 12-17)

-„ Manchmal, Clark, bist du so ziemlich der einzige Grund, aus dem ich morgens überhaupt aus dem Bett kommen will“ (S.382; Z.29-30)

-(..), und da habe ich es gesehen. Sie wurde ein bisschen rot und lachte auf die Art, auf die man lacht, wenn man eigentlich nicht lachen sollte. Es war ein verschwörerisches Lachen. (S.385; Z.10-13)

-Kurz dachte ich, dass ich mich nie mehr so intensiv mit der Welt und einem anderen menschlichen Wesen verbunden fühlen würde wie in diesem Moment. (S.453; Z.18-21)

-„ Du… bist etwas ganz Besonderes, Clark“ (S.459; Z.18)

-„ Ich glaube, wir können alles Mögliche tun. Ich weiß, dass das keine von den üblichen Liebesgeschichten ist. Ich weiß, dass es unheimlich viele Gründe gibt, aus denen ich nicht einmal sagen sollte, was ich sage. Aber ich liebe dich. Wirklich. Ich wusste es, als ich Patrick verlasen habe. Und ich glaube, dass du mich auch ein bisschen liebst.“ (S.460; Z.24-29)

-„(..) Ich habe meinen Eltern sechs Monate versprochen, und die haben sie von mir bekommen. Du hast diese Zeit für mich wertvoller gemacht, als du dir vorstellen kannst.“ (S.466; Z.2-4)

 

 

Dieses Buch finde ich ganz außergewöhnlich, weil es auch ein sehr schwieriges Thema beinhaltet. Darf ein Mensch sein Leben beenden, wenn er das will oder nicht? Kann ein Mensch das überhaupt entscheiden? Und wie geht es dabei den Mitmenschen? Da J. Moyes das Buch aus mehreren Sichten geschrieben hat- zum Beispiel Kommen Mrs Traynor, Mr Traynor und Nathan zu Wort- ist es sehr vielschichtig. Man versteht irgendwie ein Stück weit  jeden Charakter im Buch, sodass es nach wie vor schwierig ist, eine allgemeine Aussage zu dem Thema zu treffen. In dem Fall von Will Traynor ist es sehr verständlich, da alle ihm ja beim langsamen Verfall zugeschaut hätten… Aber auch Lous Verhalten ist ungewöhnlich. Warum bleibt sie solange obwohl es so hoffnungslos ist? Diese Liebesgeschichte ist etwas ganz besonderes, vor allem weil einfach so viele Fragen offen bleiben: Was macht Lou aus ihrem Leben? Denkt sie häufig an Will? Manchmal sind Worte einfach nicht genug und bei diesem Buch ist das so. Deswegen muss man es unbedingt gelesen haben, um einfach das eigene Leben mit anderen Augen zu sehen.

 Bei buch7.de erhältlich:

 https://www.buch7.de/store/product_details/1020648784

 image

 

 

 

(Quelle: Ein ganzes halbes Jahr- Jojo Moyes; erschienen im Rowohlt Verlag; Preis:14,99 Euro)

 

 

 

 

 

2 Kommentare 18.2.15 16:32, kommentieren

1.Das Schicksal ist ein mieser Verräter-John Green

Das Buch, dass ich als erstes vorstellen möchte, heißt „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“, (Originaltitel: „The Fault in Our Stars", von John Green (erschienen im DTV; Preis: 9,95 Euro)und ist mein absolutes Lieblingsbuch. J. Green hat für dieses Buch mehrere Auszeichnungen erhalten, unter  anderem den Luchs des Monats und den Deutschen Jugendliteraturpreis.

 

Als erstes zum Inhalt. Die sechzehnjährige Hazel Grace Lancaster leidet seit drei Jahren an Schilddrüsenkrebs mit Metasen in der Lunge, konnte aber durch die Teilnahme an einem Feldexperiment eines neuen Medikaments das Wachstum der Metasen verringern. Ihre Eltern meinen, dass sie eine Depression hat, also soll sie eine Selbsthilfegruppe für Krebspatienten besuchen, wo sie den siebzehnjährigen Augustus „Gus“ Waters kennenlernt, der wegen eines Knochentumors ein Bein amputiert bekommen hat. Die beiden verbringen immer mehr Zeit miteinander und ihre Beziehung wird enger. Hazel erzählt Gus sogar von ihrem Lieblingsbuch  „ Ein herrschaftliches Leiden“  von Peter van Houten, von dem sie bisher keinen ihrer Freunde erzählt hat. Doch Hazel hat Angst, dass ihr unvermeidlicher Tod Gus zerstören könnte, da sie sich selbst als „Zeitbombe“ betrachtet. Daraufhin  beschließt sie, sich nicht mehr mit Gus zu treffen und somit alles „einfacher“ zu machen. Später im Buch muss Hazel wegen einer schweren Lungenentzündung im Krankenhaus. Während ihres Aufenthalts besucht Gus sie mehrmals und erklärt ihr, dass sie ihm mehr bedeutet, als jeder Schmerz, den sie ihm jemals zufügen könnte. Er will seinen Herzenswunsch, den er wegen dem verlorenen Bein von der Feenstiftung bekommen hat, benutzen um mit Hazel Peter van Houten  in Amsterdam zu besuchen. Nach längeren Diskussionen mit den Ärzten und Eltern können Hazel und Augustus, aber in Begleitung von Frannie, Hazels Mutter die Reise antreten. Am ersten Abend gehen Hazel und Augustus in das Nobel- Restaurant „Oranjee“, wobei das komplette Essen auf den in Holland ansässigen Autor geht. Am nächsten Morgen machen sich die zwei dann zu van Houten auf. Das Treffen ist allerdings ein absoluter Reinfall, da er sich weigert auf die Fragen von Hazel zu antworten, und  lieber Gegenfragen stellt oder ihnen schwedischen Hip-Hop vorspielt. Als er dann auch noch anfängt die beiden zu beleidigen, wird es selbst der Assistentin, die das alles eingefädelt hat, da sie gehofft hat, dass dieses Treffen den Schriftsteller weg vom Alkohol und näher ans Schreiben bringt, zu viel und sie kündigt. Sichtlich geschockt verlassen sie das Haus. Aber als Hazel und Augustus zurück zum Hotel wollen, hält Lidewij, die Assistentin, sie zurück und sie besuchen das Anne-Frank-Haus. Nachdem Hazel sich im Haus die Stufen hochgekämpft hat, da es keinen Aufzug gibt, nimmt Gus sie in den Arm. Schließlich kommt es zum ersten Kuss. Zurück im Hotel, schlafen sie miteinander. Am nächsten Morgen gehen die zwei spazieren, dabei gesteht Gus, dass sein Tumor wieder da ist, nur noch viel aggressiver. Er hat sich bisher noch nicht in Therapie begeben, da er  unbedingt die Reise mit Hazel machen wollte. Obwohl die Ärzte und seine Eltern keine große Hoffnung auf Besserung haben, fängt Gus die Therapie trotzdem an, nachdem sie wieder zu Hause sind. Doch sein Zustand verschlechtert sich zunehmend. Er kann kaum laufen und ist immer kraftloser. Schließlich bittet er Hazel ihm eine Grabrede zu schreiben und diese dann zu einer Vorbeerdigung mitzubringen, da er gerne mit Hazel und seinen besten Freund Isaac einen Abschluss haben will. Acht Tage später verstirbt Gus. Auf seiner Beerdigung liest Hazel aber nicht den eigentlich geplanten Nachruf vor, sondern beruhigt mit dem Erzählten vor allem Gus’s Eltern, da sie entschieden hat, dass eine Beerdigung für die Lebenden ist. Nach der Beerdigung tritt van Houten auf sie zu und sagt ihr, dass es Gus Wunsch war, dass sich der Schriftsteller bei Hazel entschuldigt. Außerdem erklärt er, warum er nicht über „Ein herrschaftliches Leiden“ reden kann: Mit dem Buch hat er versucht den Krebs-Tod seiner Tochter vor einigen Jahren zu verarbeiten, sie diente dabei als Vorlage für die Protagonistin Anna. Hazel hat van Houten sehr an seine Tochter erinnert, daraufhin brach die Trauer erneut über ihn herein und er konnte sich nicht beherrschen. Hazel will seine Entschuldigung nicht annehmen, da sie findet, dass die Beerdigung nicht der richtige Zeitpunkt ist und schickt ihn weg. Hazel findet dann heraus, dass Gus anscheinend einen Abschiedsbrief für sie geschrieben hat und sucht  überall danach. Sie kann aber nirgendwo eine Notiz finden. Schließlich entdeckt Lidewij einen Brief von Augustus zwischen van Houten‘s ungelesener Fanpost und schickt ihn an Hazel. In dem Brief bittet Augustus van Houten für Hazel eine Grabrede zu schreiben, da er selbst es nicht kann. In dem Brief erklärt er auch seine Liebe zu Hazel und was sie für ihn bedeutet (hat). Das Buch endet, nachdem Hazel den Brief fertig gelesen hat und Gus „sagt“, dass sie ebenfalls nicht bereut sich auf ihn und die Liebe eingelassen zu haben.

 


Jedes Buch hat Sprüche oder Absätze, die einen zutiefst berühren oder einem etwas auf den Weg mitgeben… Oder Teile, denen man einfach nur zustimmt, oder welche, die man einfach nur so schön findet.

So ist das auch in diesem Buch. Da es für mich aber zu viele sind, habe ich einige Beispiele herausgesucht:


- " Irgendwann beschloss ich, die richtige Strategie wäre zurück zu starren. Immerhin haben Jungs kein Monopol aufs starren." (S.16, Z. 21-23)

 

-" Ich sitze in einer Achterbahn, in der es immer nur aufwärts geht mein Freund" (S.18, Z. 10-11)

 

-"(Ich erzählte ihm nicht, dass die Diagnose genau 3 Monate nach meiner ersten Periode kam, So in etwa: Herzlichen Glückwunsch! Du bist eine Frau. Und jetzt stirb)" (S.31, Z.10-13)

 

-" Manchmal liest man ein Buch, und es erfüllt einen mit diesem seltsamen Missionstrieb, und du bist überzeugt, dass die kaputte Welt nur geheilt werden kann, wenn alle Menschen dieser Erde dieses eine Buch gelesen haben. Und dann gibt es Bücher wie Ein herrschaftliches Leiden, über die du mit niemandem reden willst, weil das Buch so besonders und kostbar und so persönlich für dich ist, dass darüber zu reden sich wie Verrat anfühlen." (S.41, Z.8-16)

 

-"Schmerz verlangt gespürt zu werden"  (S.66, Z. 21-22)

 

-"Jede Rettung ist vorläufig. [..] Ich habe ihnen eine Minute gekauft. Vielleicht ist es die Minute, die ihnen eine Stunde kauft, was die Stunde ist, die ihnen ein Jahr kauft. Niemand kann die Ewigkeit kaufen, Hazel Grace, aber mit meinem Leben hab ich ihnen eine Minute gekauft. Und das ist besser als nichts" (S.68, Z.23-29)

 

-" Vielleicht wird >okay< unser >für immer<." (S.82, Z.11-12)

 

-" Plötzlich kam mir der Gedanke, dass ich ihn, wenn wir nach Amsterdam fuhren, küssen müssen würde, was nicht die Art von Gedanke war, den man gerne dachte, denn a) sollte gar nicht die Frage auftauchen, ob ich ihn küssen wollte oder nicht, und b) jemanden zu küssen, um eine kostenlose Reise rauszuholen, war ziemlich nahe an Prostitution, und ich muss gestehen, selbst wenn ich mich nicht für einen übermäßig guten Menschen hielt, hätte ich nie von mir gedacht, dass meine erste sexuelle Handlung ins Horizontalgewerbe gehörte." (S.104,Z. 15-25)

 

-"Während er las, verliebte ich mich in ihn, so wie wenn man in den Schlaf gleitet: langsam zuerst und dann rettungslos." (S.136, Z. 9-11)

 

-" Als um Viertel nach sechs der Wagen geparkt war, bestand Mom darauf, dass wir mit Dad frühstückten, ganz gegen meine moralischen Bedenken, vor dem Morgengrauen zu essen. Ich war doch kein russischer Bauer aus dem 19. Jahrhundert, der sich für den Tag auf dem Feld stärken musste." (S.148, Z.5-10)

 

-"Die Menschen gewöhnen sich an Schönheit." (S.175,Z.6)

 

-"Ich wollte hören, dass er darüber wegkam, wenn ich starb. Ich wollte keine Zeitbombe sein, keine zerstörerische Kraft im Leben derer, die ich liebte." (S.184, Z13-15)

 

-"Es wäre mir eine Ehre, mir von dir das Herz brechen zu lassen." (S.188, Z.27f)

 

-"Manche Unendlichkeiten sind größer, als andere Unendlichkeiten." (S.219, Z.16f)

 

Das Buch von John Green ist nicht nur wunderschön geschrieben, sondern es wird auch eine rührende Geschichte erzählt. Schon ab der ersten Seite fühlt man sich zu den Charakteren hingezogen, auch wenn man nicht dasselbe Schicksal teilt. Man gehört zu der Geschichte und ist geschockt, als Gus mitteilt, dass er nun eine aggressive Form von Krebs hat. Bis zu diesem Zeitpunkt denkt man ja eher, dass Hazel dem Krebs erliegt und Gus zurückbleibt. Danach erfolgt quasi ein „Wettrennen“, denn wie Hazel am Anfang sagt: “ "Wenn du gesagt bekommst, du hast eine (..) zwanzigprozentige Chance, (..)zu leben, dann fängst du automatisch zu rechnen an und rechnest dir aus, dass damit einer von fünf gemeint ist… also siehst du dich um und denkst wie jeder gesunde Mensch: Ich muss vier von den armen Schweinen hier überleben“ (s.S.11). Es ist also klar, dass einer von beiden Überleben kann und der andere stirbt. Als es Gus immer schlechter geht, hofft man und hofft, dass er genau wie Hazel in ein Feldprogramm rutscht und geheilt werden kann oder auch einfach nur mehr Zeit hat.


 Dies ist mein absolutes Lieblingsbuch, weil es nicht nur um Liebe geht, sondern auch um Leid und davon gibt es in unserer Welt ja genug….


  In ihrer Grabrede für Gus merkt man ihre Wesensveränderung. Sie ist nicht nur offener und gefühlvoller als früher, nein, dank Gus ist sie jetzt auch erwachsener und kann besser mit dem Tod umgehen, auch wenn es sie schmerzt, dass ihre große Liebe stirbt und sie dabei zusehen muss.


Am Berührendesten aber ist das Ende, wo Hazel den indirekten Liebesbrief von Augustus liest. Obwohl er am Anfang beteuert “(...) ein guter Mensch, aber ein mieser Schriftsteller “ (s. S329) zu sein, sind seine Worte so echt und voller Liebe, schöner als van Houten es jemals hätte schreiben können.  


Eine weitere Besonderheit ist, dass die Beziehung von Hazel und ihrer Mutter Frannie etwas ganz ungewöhnliches für ein Jugendbuch ist. Meistens haben die Jugendlichen Probleme mit ihren Eltern und treffen meistens nur auf Unverständnis, nicht aber bei Frannie und Hazel. Die zwei schauen sich immer Filme zusammen an und verbringen sehr viel Zeit miteinander, bis Gus in Hazels Leben tritt. Sie ist Hazels Bezugsperson und ihre beste Freundin. Aber auch, dass das Buch  „offen“ endet, ist sehr schön. Für Hazel ist Guses Tod ein großer Rückschlag. Man weiß nicht, wie sie im Alltag damit umgehen wird und ob sie es überhaupt verkraftet. Und auch ihre Zukunft ist komplett unklar: Für wie lange funktioniert das Feldexperiment noch? Wird sie überleben? Verliebt sie sich noch einmal?


Es gibt noch so viel mehr zu dem Buch zu sagen und bei dem Ende auch viel mehr offene Frage…aber dafür muss man es selber einfach gelesen haben...


 Bei buch7. de erhältlich:

 https://www.buch7.de/store/simple_search_results?utf8=%E2%9C%93&navkat=&search=das+schicksal+ist+ein+mieser+verr%C3%A4ter&commit.x=5&commit.y=7


 image

 

 

 

(Quelle: Das Schicksal ist ein mieser Verräter- John Green; erschienen im DTV-Verlag; Preis:9,95 Euro)


 

 


1 Kommentar 25.1.15 12:59, kommentieren